Spielkarte H3: Anti-Reagan Demo 1982
April 8, 2020

1. Mai in Berlin-Kreuzberg 1987

1987

Datum

10000

Demonstranten

4

Wut-Potential

3

Erfolgsfaktor

Straßenfest am 1. Mai in Berlin-Kreuzberg

Der Erste Mai in Kreuzberg bezeichnet die durch linke und linksradikale Gruppen organisierten Straßenfeste und Demonstrationen am 1. Mai, dem Tag der Arbeit, in Berlin-Kreuzberg. Speziell bezieht sich der Begriff auf den 1. Mai 1987, als in Kreuzberg bis dahin ungekannte schwere Unruhen ausbrachen und sich die Berliner Polizei für mehrere Stunden vollständig aus SO 36, einem Teil von Kreuzberg, zurückziehen musste. Fünf Jahre zuvor gab es unruhige Proteste bei der Anti-Reagan-Demo am Berliner Nollendorfplatz.

Seitdem führen Autonome und Antifa-Gruppen fast jedes Jahr eine oder mehrere Revolutionäre 1.-Mai-Demonstrationen durch. Sowohl in der Nacht auf den 1. Mai, der Walpurgisnacht, als auch am Abend des 1. Mai kann es zu Ausschreitungen teilweise durch Vermummte kommen, die das Steinewerfen bis zur Perfektion beherrschen.

Volkszählungsboykott-Büro am Mehringhof wird gestürmt

Wir erinnern uns: 1987 war die 750-Jahr-Feier Berlins in der noch geteilten Stadt, und es gab eine Volkszählung, die viele Bürger boykottierten. Ein sog. Volkszählungsboykott-Büro befand sich zu der Zeit auf dem Mehringhof in der Gneisenaustraße 2. In den Morgenstunden des Feiertages 1. Mai brachen Polizisten die Türschlösser vom Boykott-Büro auf und beschlagnahmten Unterlagen. Klaus Hübner war zu diesem Zeitpunkt als Polizeipräsident in Berlin verantwortlich für diese Aktion.

Am Abend des 1. Mai 1987 heizte sich nach dem traditionellen Straßenfest zum Tag der Arbeit die Stimmung wegen des rabiaten Vorgehens der Polizei am Mehringhof auf. In den Abendstunden flogen die ersten Steine Richtung Polizei. Um den Heinrichplatz herum wurden über 30 Läden geplündert, darunter Einzelhandelsgeschäfte, aber auch große Supermärkte. Baufahrzeuge und parkende Autos wurden als Barrikaden genutzt und wurden angezündet. Am U-Bahnhof Görlitzer Park ist ein Bolle Supermarkt nach einer Plünderung komplett ausgebrannt - heute steht an diesem Platz seit 2008 die Umar Ibn Al-Khattab-Moschee. Erst Jahre später wurde bekannt, das nicht ein Autonomer den Supermakrt angezündet hat, sondern ein Pyromane, der zufällig die Plünderung sah und die Situation zum Feuerlegen genutzt habe.

Bilanz der Krawallnacht 1. Mai 1987 in Berlin-Kreuzberg: Knapp 100 Polizei- und Feuerwehrautos beschädigt, ein Löschwagen ausgebrannt, mehr als 400 Verletzte, 50 Festgenommene, und Schäden in Millionenhöhe.