Spielkarte F3: Demo Berlin-Alexanderplatz 1989
April 8, 2020
Spielkarte G1: Anti-Kriegstag 1983
April 8, 2020

Stürmung Stasi-Zentrale

1990

Datum

10000

Demonstranten

2

Wut-Potential

5

Erfolgsfaktor

Die Stürmung der Stasi-Zentrale

Am Zentralen Runden Tisch (auch ZRT genannt) wurde am 8. Januar 1990 die Regierung Modrow aufgefordert, bis zum 15. Januar einen Stufenplan für die vollständige Auflösung der Geheimpolizei vorzulegen. Als Modrow in einer Regierungserklärung vom 11. Januar 1990 das Festhalten an der Existenz eines Geheimdienstes für nötig erklärte, löste er damit eine neue Welle von Protestdemonstrationen aus und sah sich mit Rückzugsdrohungen der zu neuer Selbständigkeit aufgebrochenen vormaligen Blockparteien CDU und LDPD aus seiner Regierung konfrontiert. Daraufhin gab Modrow nach. Am 15. Januar gestand er am ZRT die Auflösung des AfNS unter ziviler Kontrolle zu und gab einen Überblick über die Anzahl der dort Beschäftigten.

Mit Fantasie gegen Stasi und Nasi

Am selben Tag versammelten sich vor der Berliner Stasi-Zentrale ca. 100.000 Menschen, um jegliche Aktivität in dieser Einrichtung zu beenden. Auf ungeklärte Weise kam es zur Öffnung der Tore, und die Massen strömten in den weitläufigen Komplex hinein. Regierungschef Modrow eilte direkt vom Zentralen Runden Tisch in Begleitung in die Normannenstraße und konnte mit der Forderung nach Gewaltverzicht beruhigend einwirken. Unmittelbare Folge war die Gründung eines Bürgerkomitees zur MfS-Auflösung nun auch in Ost-Berlin, das noch über das Ende der Regierung Modrow hinaus mit staatlichen Stellen Auseinandersetzungen führte um die praktische Umsetzung dieses Auftrags.